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Start Großvogelschutz im Wald Projekt Schwarzstorchschutz

Projekt Schwarzstorchschutz

Kritische Bestandssituation beim Schwarzstorch in Schleswig-Holstein

Bestandsentwicklung, Bruterfolg, Verbreitung

Schwarzstorch-Bestand
Abb. 1: Brutbestand des Schwarzstorchs in SH
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Nachdem der Schwarzstorchbestand in Schleswig-Holstein im frühen 20. Jahrhundert erloschen war, kam es in den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren im Zuge der erneuten Ausbreitung der europäischen Bestände nach Westen zu einzelnen Neubesiedelungsversuchen im Lande. Aber erst seit 1974 brütet die Art wieder regelmäßig. Der Brutbestand wird seitdem alljährlich erfasst. Er stieg bis 1986 auf sieben Reiverpaare an, stagnierte bis 1997 auf einem Niveau von vier bis sieben Paaren und erreichte nach jeweils neun Paaren in den Jahren 1998 und 1999 im Jahre 2000 erstmals eine Größe von zehn Revierpaaren (Abb. 1).
Nach diesem Höchstwert sank der Bestand in den Folgejahren wieder ab und erreichte 2009 nur noch vier Revierpaare. Damit wurde der niedrigste Wert seit 1987, also seit 22 Jahren, ermittelt. Gleichzeitig ging der Bestand auf ein Niveau zurück, das bereits 1978 erreicht worden war.

Lediglich für zwei der vier Paare ließ sich ein erfolgreiches Brutgeschehen nachweisen. Insgesamt wurden sieben Junge (1 x 4, 1 x 3) flügge. Seit 1985 wurde nur einmal ein gleich geringer Reproduktionserfolg erzielt.
Der Anteil der erfolgreichen Paare an der Gesamtzahl der Revierpaare lag in 2009 mit 50% deutlich unter dem langjährigen Mittel (1974 - 2009) von 69%. Die Reproduktionsrate fiel mit 3,5 Jungen/erfolgreichem Brutpaar allerdings spürbar besser als im langjährigen Mittel von 2,9 Jungen/erfolgreichen Brutpaar. Ungünstige Witterung und Nahrungsmangel scheiden also als Erklärung für den geringen Gesamtbruterfolg aus.

Waldeigentumsarten
Abb. 2: Bruterfolg des Schwarzstorchs in SH,
aufgeschlüsselt nach Waldeigentumsarten
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Nur zwei der vier Paare wurden noch in dem bisherigen Hauptgebiet der schleswig-holsteinischen Brutverbreitung mit Kern auf der Holsteinischen Geest festgestellt, zwei im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Drei der bezogenen vier Horstplätze fanden sich im Privatwald, einer im Körperschaftswald. Es fällt auf, dass trotz großer Anstrengungen zum Schutz des Schwarzstorches in den Landesforsten es dort 2008 und 2009 keine Bruterfolge mehr gab. Das steht im Gegensatz zur vorausgegangenen Entwicklung (Janssen 2008). In dem Zeitraum von 1974 bis 2009 wurden insgesamt 134 erfolgreiche Bruten registriert, 45% in den Landesforsten (Abb. 2).

Da der Landeswald lediglich 31% der gesamten Waldflächen des Landes ausmacht, war der Anteil der Bruterfolge am Gesamtbruterfolg hier überproportional hoch. Außerdem lag die durchschnittliche Reproduktionsrate von 3,0 flüggen Jungen pro Brutpaar mit Bruterfolg (Bpm) im Landeswald über den entsprechenden Werten im Körperschaftswald (2,2 Juv./Bpm.) und im Privatwald (2,8 Juv./Bpm.). Demzufolge tragen die Landesforsten für den Bestand des Schwarzstorches in Schleswig-Holstein eine besondere Verantwortung, und die Ursachen für die Verschlechterung sollten dringend untersucht werden. 

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