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Gefährdungen und Todesursachen

Gefährdungen während der Brutzeit

Während der Balz, Brut und Aufzucht der Jungen benötigen die Seeadler viel Ruhe. Störungen während der Brutzeit und Veränderungen im Brut- und Nahrungsrevier können zur Aufgabe des Geleges führen.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen hohen Gehalten an chlorierten Kohlenwasserstoffen in der Nahrung und einer eingeschränkten Fortpflanzungsfähigkeit der Seeadler.
Dünnschalige Eier und abgestorbene Embryonen waren vielerorts die Folge einer zunehmenden Belastung mit DDT und die Ursache für den Bestandsrückgang in den sechziger und siebziger Jahren.

Krankheiten und Todesursachen
Abb. 1: Krankheiten und Todesursachen
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Krankheiten und Todesursachen von Seeadlern in Deutschland

O. Krone, T. Langgemach, P. Sömmer & N. Kenntner  (2002): Corax 19, Sonderheft 1: 102-108

Zwischen 1990 und 2000 wurden 120 tot aufgefundene Seeadler aus Deutschland im Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Berlin, und im Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT), Berlin, pathologisch untersucht. Von den untersuchten Adlern waren 47 % weiblich, 38 % männlich und bei 15 % konnte das Geschlecht nicht ermittelt werden. Nahezu die Hälfte der Tiere war adult (47,5 %), 12,5 % waren subadult, 34 % immatur, 3 % Nestlinge, und in 3 % der Fälle konnte das Alter nicht exakt bestimmt werden. Die Haupttodesursachen der Seeadler waren Bahnunfälle (14 %), gefolgt von Bleivergiftungen (12 %), Infektionskrankheiten (11 %),Traumata (10 %), Stromschläge (9 %), Leitungsanflüge (7 %), Revierkämpfe (5 %),Vergiftungen (3 %), Missbildungen (2 %) und Verhungern (1 %). Eine Diagnose der Todesursache war in 29 Fällen aufgrund der fortgeschrittenen Autolyse nicht möglich. Vier Nematoden- und eine Trematodenart wurden erstmalig im Seeadler als Endwirt nachgewiesen. Der Befall mit dem Leberegel Metorchis war für sechs Seeadler letal. Schrotgeschosse wurden in fünf von 58 geröntgten Adlern nachgewiesen.

Oliver Krone, Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Str. 17, 10315 Berlin; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Torsten Langgemach, Landesumweltamt Brandenburg, Staatliche Vogelschutzwarte, 14715 Buckow; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Paul Sömmer, Landesanstalt für Großschutzgebiete, Naturschutzstation Woblitz, 16798 Himmelpfort
Norbert Kenntner, Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Str. 17, 10315 Berlin

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