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Lebensraum für Schwarzstörche

Lachsbach
Abb. 1: Weitgehend naturbelassen durchströmt
der Lachsbach die Wälder in Ostholstein
im Gespräch
 Abb. 2: Christian Holm (r.) erläutert dem Umweltsekretär
Ernst-Wilhelm Rabius (l.) die notwenigen
Maßnahmen zum Schutz des Schwarzstorchs.
Fotos: Bernd Struwe-Juhl

Am 4. August 2011 trafen sich am idyllisch gelegenen Lachsbach am Rande des Bandorfer Forstes im Kreis Ostholstein der Umweltstaatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius und die Vertreter der Projektgruppe Seeadlerschutz zu einem gemeinsamen Ortstermin für den "Großvogelschutz im Wald".
Den Schwerpunkt der Gespräche bildeteten die aktuellen Bemühungen zur Verbesserung des Schwarzstorchschutzes in Schleswig-Holstein. Hierzu lässt die Projektgruppe derzeit 10 ausgewählte Schwarzstorchreviere (fünf aktuell besetzte und fünf ehemals besetzte) von einem Biologenbüro untersuchen, um die aktuelle Habitatsausstattung der Brut- und Nahrungsreviere genau zu kennen und letztlich fehlende Schlüsselfaktoren für den erfolgreichen Brutverlauf zu identifizieren. Aufgrund der erarbeiteten Grundlagen sollen dann in den kommenden Jahren in ausgewählten Regionen zielgerichtete Artenschutzmaßnahmen durchgeführt werden.

Der Schwarzstorch besiedelt vorzugsweise störungsarme Laub- und Mischwälder, die von ausgedehnten Waldbachsystemen durchzogen sind. Diese sind in Schleswig-Holstein nur noch selten zu finden, zumeist in den Wäldern der Holsteinischen Geest.
In Ostholstein gibt es nur vereinzelt noch Forellenbäche in denen die Schwarzstörche gerne nach Nahrung suchen. Viele der ehemals natürlichen Fließgewässer sind heute verrohrt oder künstlich verändert. In den offenlandgebieten bilden gehölzbestandene Fließgewässer ein wichtiges Nahrungshabitat. Neben Fischen ernährt sich der Schwarzstorch auch von Amphibien und Wirbellosen (z.B. Köcherfliegenlarven, Ringelwürmer und Krebse).

Der Schwarzstorch wird aufgrund seiner geringen Brutpaarzahlen in der Roten Liste der Brutvögel Schleswig-Holsteins in die Kategorie I "Vom Aussterben bedroht" eingestupft. Die Art gehört neben 27 weiteren Vogelarten zu denjenigen, für die aufgrund der Regelungen des Schleswig-Holsteinischen Artenhilfsprogramms aus dem Jahr 2008 vorrangig geeignete Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Im Gegensatz zur positiven Brutbestandsentwicklung in Deutschland stagniert die Bestandsentwicklung in Schleswig-Holstein bzw. zeigte jahreweise deutliche Abnahme. Aus diesem Grund empfiehlt die Projektgruppe Seeadlerschutz dringend die:

  • Erhaltung alter Laubwälder,
  • Neuwaldbildung in Bachtalauen,
  • Entrohrung von Bachläufen,
  • Wiederherstellung von alten Bachläufen (Remäandrierung),
  • Sicherung der aktuellen Horststandorte durch Einrichtung von sogenannten Horstschutzzonen (im 300m Radius um die Horste)
  • und den Schutz von freilebenden Forellenbeständen.

Diese Empfehlung sollen jetzt durch detaliierte Untersuchungen in den einzelnen Regionen konkretisiert werden. Mit Hilfe von landesweiten Umsetzungsprogrammen wie der Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) und Natura 2000 sollen die Artenschutzmaßnahmen in enger Abstimmung mit den betroffenen Grundeigentümern zügig umgesetzt werden.
Unterstützung bekommen die Schwarzstorchschützer dabei auch von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF), denn in den landeseigenen Wäldern siedelten sich in diesem Jahr drei Schwarzstorchpaare an und eine langfristige Kooperationsvereinbarung mit der SHLF sichert die gute Zusammenarbeit in den einzlenen Forstrevieren.

Pressemitteilung vom 4. August 2011

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