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Brutbericht 2019

Die landesweite Erhebung wird alljährlich von der Projektgruppe Seeadlerschutz mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) durchgeführt.

Entwicklung 2019
Abb. 1: Brutbestandsentwicklung des Seeadlers in Schleswig-Holstein

Bestandsentwicklung

Im Jahr 2019 waren in Schleswig-Holstein 118 Seeadlerreviere besetzt (Abb. 1). Im Vergleich zum Vorjahr gab es sechs Neuansiedlungen (Langenberger Forst/NF, Friedrichsgabekoog/HEI, Heidmühlen/SE, Wakenitz/HL, Hahnheide/OD und Gudow/RZ) von denen drei Paare erfolgreich gebrütet haben. Das Revier Wotersen im Kreis Herzogtum Lauenburg muss derzeit als ve

rwaist gewertet werden. Insgesamt gab es 10 Revierpaare von denen zwar ein Neststandort bekannt geworden ist, die aber nach unseren Beobachtungen nicht mit einer Brut begonnen haben. Die Gründe für den ausbleibenden Brutbeginn sind vielfach nicht bekannt und in Einzelfällen durch den Tod eines der Brutpartner und eine nachfolgend neue Paarbindung erklärbar.

Im Frühjahr 2019 begannen 108 Seeadlerpaare mit einer Brut, davon brüteten 87 Paare erfolgreich, so dass Ende Juni / Anfang Juli insgesamt 135 junge Seeadler flügge wurden. Das ist eine neue Höchstzahl für unser Bundesland.

Die Verteilung der Jungenzahl pro Horst erbrachte für den Seeadler folgendes Bild:
7 x 3, 34 x 2 Jungvögel und 46 x 1 Jungvogel. Bezogen auf die Anzahl der bekannten Brutpaare wurden 1,25 Junge pro Brutpaar flügge. Der Teilbruterfolg lag bei 1,56 Jungvögeln pro erfolgreichem Brutpaar. Diese Reproduktionswerte entsprechen den langjährigen Mittelwerten.

Verbreitung

Aufgrund der naturräumlichen Ausstattung liegt der Schwerpunkt der Seeadlerverbreitung in der gewässerreichen holsteinischen Jungmoränen-Landschaft (Abb. 2). In diesem Jahr gab es zwei Neuansiedlungen im Bereich der Westküste Schleswig-Holsteins.

Bericht 2019
Abb. 2: Brutverbreitung des Seeadlers in Schleswig-Holstein 2019

 

Die Seeadlervorkommen verteilen sich auf 12 Landkreise: 

Kreis Paare   Kreis Paare
------------------------------------------------------------------------
PLÖ 25   NF 9
OH 16   OD 6
RD 18   HEI 5
RZ 12   IZ 4
SL 10   PI 2
SE 9   HL 2
Vorkommen des Seeadlers (n=118 Rev.) in den verschiedenen Kreisen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefährdung und Schutz

Insgesamt waren 26 % der Revierpaare erfolglos. Die Ursachen für Brutverluste sind vielfach unbekannt und in diesem Jahr nur in einem Revier (Langenberger Forst/NF) durch den Absturz des Horstes bei Sturmlagen begründet. Im Brutrevier Garbek/SE wurden anthropogen bedingte Störungen im Horstbereich der Seeadler als mögliche Ursache registriert. In mehreren Revieren waren Partnerwechsel der Grund für nicht begonnene Bruten.

Totfunde

Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. August 2019 wurden in Schleswig-Holstein 10 Seeadler tot aufgefunden. Darunter waren zwei Vögel, die mit den Rotorblättern von Windenergieanlagen kollidiert sind und zwei Vögel, die tot an Eisenbahnstrecken aufgefunden wurden. Bei den anderen Vögeln sind die Todesursachen noch unklar, sie werden im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin noch eingehender untersucht.

Zusammengestellt von:

Bernd Struwe-Juhl & Volker Latendorf
Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein e.V.