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AG Schwarzstorchschutz – Rückblick und Aufgaben

Foto 18

Die Wiederbesiedlung des Schwarzstorches in Schleswig-Holstein nach dem Erlöschen des Bestandes im frühen 20. Jahrhundert erfolgte in den 1960ern Jahren. Die erste nachgewiesene erfolgreiche Brut erfolgte 1964 auf der mittleren Geest. Danach dauerte es einige Jahre bis der Bestand langsam aber stetig zunahm. Einer der Gründe für die Bestandszunahme dürfte eine Arealerweiterung des Brutbestands in Osteuropa in Verbindung mit der Ausbreitung nach Westen sein. Zudem nahm der Bestand in Niedersachsen bis in die 90er Jahre stetig zu und breitete sich nach Norden aus. Sicherlich spielt auch ein erhöhtes Interesse an dieser seltenen und auch heimlichen Vogelart und eine damit gesteigerte Beobachtungsaktivität eine Rolle.

Einhergehend mit den ersten Brutnachweisen fanden sich auf Initiative des damaligen Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege bzw. der angegliederten Staatlichen Vogelschutzwarte sowohl hauptamtlich im Naturschutz tätige Personen als auch ehrenamtliche Naturschützer zusammen, um eine dauerhafte Besiedlung unseres Landes durch geeignete Maßnahmen abzusichern. Hervorzuheben ist auch das starke Engagement der Forstamtsleiter sowie der Förster in den betroffenen Revieren, die seinerzeit dem Forstamt Barlohe zugeordnet waren.
Seit 1974 erfolgt eine durchgehende Erfassung des Schwarzstorchbestandes. Der Bestandshöhepunkt wurde dabei im Jahre 2000 mit 10 besetzten Schwarzstorchrevieren festgestellt. Seitdem pendelt der Bestand zwischen vier und neun Revierpaaren mit abnehmender Tendenz.
Das Aufgabengebiet der AG Schwarzstorchschutz umfasst neben der Bestandserfassung und Begleitung von Biotopmaßnahmen auch den Bau von Kunsthorsten sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung der durch Sichtbeobachtungen bzw. durch Telemetrie gewonnenen Daten. Dabei wird die AG von der Projektgruppe Seeadlerschutz logistisch unterstützt, mit der sie seit dem Jahr 2000 eng kooperiert.